Nach einem Umweg zum Lacul Sfânta Ana und unserem ersten Bären fahren wir bis Viscri und sind begeistert von dem kleinem idyllischen Dorf mit seiner Kirchenburg. Natürlich werden wir wieder auf deutsch begrüßt und dann klettern wir durch dunkle Gänge und klapprige Stufen in den Turm, hinunter in die Kirche, die an zuhause erinnert, hinauf in den ersten Stock, der beinahe abzustürzen droht, durch die ehemaligen Stallungen mit ihren Ausstellungen und Texten auf deutsch. Wir lernen viel über Nachbarschaften, Hanf spinnen und dem Leben der Aussiedler.


Es ist ein wunderschöner Sommertag und so gehen wir in das kleine Café im Hof eines Bauernhofes und essen tolle Kohlrouladen mit Schmantana. Eine Katze wird wie immer kostenlos gestellt.

Als wir zum Auto zurück gehen, sehen wir dir ersten Kühe durchs Dorf ziehen. Sie stoppen am Brunnen und verschwinden peu a peu in verschiedenen Hauseingängen.

Video von Sarah von nexttripahead

Dabei diese herrliche Ruhe und Gemächlichkeit… kein Wunder, dass wir 5 Tage später wieder hier sein werden. Aber erst einmal geht s weiter durchs Teletubbi Land entlang vieler deutscher Dörfer und Wehrkirchen nach Schäßburg/ Sighisoara …

Nach 5 Tagen sind wir wieder da. Unsere Freunde sind auch angekommen.
Manchmal ist man einem Ort vorbei und denkt die ganze Zeit, dass es so schön war, dass man eigentlich noch einmal umkehren müsste und da unsere Freunde gerade dort angekommen sind und wir eh noch übers Wochenende in Sighisoara bleiben müssen, fahren wir die 40 km zurück.
Wie letztes Mal kommen die Kühe und Pferde als große Herde abends zurück ins Dorf gelaufen und biegen einzeln in verschiedene Hauseingänge ab, wo sie teils schon von den Bewohnern erwartet werden.


Am nächsten Tag streichen wir durch den kleinen Pfad, der hinter den Häusern an Schafsherden und Gänsen vorbei in das Dorf führt. Unsere Freunde besuchen die Burg und wir lauschen den Proben für ein kleines Benefizkonzert für die Ukraine, das die Bewohner heute Nachmittag in einem Garten veranstalten werden. Nach einem Käffchen im Café entdecken wir in einem Hinterhof eine Bäckerei mit riesigen Holzofenbroten und schleppen unsere knapp 3 kg schwere Beute nachhause, um vor dem Konzert ein paar Scheiben zu verputzen.
Das Konzert mit gemischtnationalen Sängern aus dem Dorf ist wirklich schön.


Ute & Sarah wollten hier am liebsten her ziehen. Eine Idee, die uns auch von vielen Rumänen immer wieder an verschiedenen Orten in Siebenbürgen nahegelegt wird. Man freut sich hier deutsch reden zu können und es hat so gar nichts von dem deutschen „Geklüngel“, was uns oft abstößt. Diese Menschen sind hier geboren.

Es ist so schön, dass wir noch eine weitere Nacht zwischen Kühen, Schafen, Gänsen, summenden Bienen und üppigem Grün verbringen, bevor wir am nächsten Tag zurück nach Sighişoara fahren, nicht ohne vorher noch einmal eine Runde durchs Dorf zu drehen und auch weitere Dörfer mit Wehrkirchen (wie Deutsch Kreuz) auf dem Weg zu besuchen, die wir letztes Mal auf der Fahrt durch die saftig grünen Hügel am Rand gesehen aber übersprungen haben.



Für uns bleibt der Eindruck, dass das Wort Idylle für Siebenbürgen und für Viscri im Besonderen erfunden wurde. Sozusagen eine deutsche Astrid Lindgren Welt.

Uns wird beiden klar, dass hier Natur, der Gesang der Vögel und das ruhige Leben erhalten wurde, das zuhause seit unserer Jugend fast unbemerkt verschwunden ist.


Hinter Weißkirch gibt es noch weitere deutsche Dörfer wie zum Beispiel Deutsch Kreuz und andere Orte mit Wehrkirchen.

Info:

Viscri :
Die Kühe kommen so eine halbe Stunde vor der Dämmerung. Am Wochenende auch schon um 17 Uhr zurück. Sie kommen aus Richtung Westen von den Weiden und laufen von dort durch den Dorfeingang die Straße hinauf.
Die Bäckerei befindet sich im Hinterhof und das Brot kostet pro Kilo
Eintritt Kirchenurg 12 Lei.
Parken frei aber besonders in der Hauptsaison am Besucherparkplatz, ausserhalb des Dorfes, von dort führt ein idyllischer kurzer Weg zum Dorf.